Offenes Arbeiten

 

Ausgehend von der intensiven Begleitung durch Axel Wieland in der Vergangenheit und dem individuelleren gerecht Werden der Kinder-Interessen haben wir die vielen Vorteile des offenen Konzeptes als eine Grundlage unserer Pädagogik gewählt.

Im Gegensatz zur Arbeit in festen Gruppen, bei der sich die Kinder den Großteil des Tages in „ihrem Gruppenraum" aufhalten, können die Kinder in einer offenen Einrichtung einen Raum, der ihren momentanen Bedürfnissen und Interessen entgegenkommt, aufsuchen. Die Räume sind nach Themenschwerpunkten eingerichtet und ermöglichen es den Kindern sich zu bewegen, sich auszuruhen, ihre Kreativität auszuleben, sich mit Büchern, Gesellschaftsspielen oder Montessori-Material zu beschäftigen, zu essen, zu bauen, zu sägen, zu hämmern und vieles mehr. Das gesamte Raum- und Materialangebot kann von allen Kindern genutzt werden - ein Atelier bietet mehr Platz und Möglichkeiten als ein Maltisch in einem Gruppenraum. Auch der Erwachsene, der die Kinder in „seinem" Raum begleitet und unterstützt, kann dort seine persönlichen Stärken ausleben und an die Kinder weitergeben.

Neben den vielen Impulsen für Spiel, Bewegung, Kreativität und Lernen ist es uns wichtig, die Kinder am Geschehen, am Alltag und an der Planung der Aktivitäten zu beteiligen. Dies geschieht, wenn Julian am Esstisch die Rohkost für das gemeinsame Mittagessen schneidet, wenn wir im Morgenkreis überlegen, welcher Tag heute ist und Tobias nachschaut wie viele Tage es noch bis zur Osternestsuche sind, wenn Sabine Schneeglöckchen von zu Hause zum Einpflanzen im Garten mitbringt, wenn Kristin sich wünscht als Abschluss des Experimente - Projektes in einem „echten Labor" durch ein Mikroskop zu schauen oder die Kinder zusammen überlegen, an welchem Ausflug Oliver wohl am liebsten dabei wäre. Dabei ist es ganz selbstverständlich, dass bei allen Aktivitäten von Kindern und Erwachsenen darauf geachtet wird, ob ein Kind Hilfe oder Rücksichtnahme braucht, um sich beteiligen zu können oder auch um seinem Ruhebedürfnis nachkommen zu können. Wenn Klara beim Spielen eingeschlafen ist, verhalten wir uns ruhiger, um sie nicht zu stören.

Beim offenen Arbeiten ist es sehr wichtig, dass gute Strukturen da sind, die allen Stütze und Orientierung bieten. Dazu gehören:

 

- die Morgenbesprechung des Teams für die Tagesplanung

- der geregelte Tagesablauf

- der Begrüßer, der die Kinder in Empfang nimmt

- kleine Aufgaben, die von einzelnen Kindern für alle erledigt werden (z. B. das Nachfüllen der Taschentücher in den verschiedenen Räumen)

- die Einteilung der Kinder in Kleingruppen, die einem festen Bezugserzieher zugeordnet sind, so dass Eltern und Kind einen Ansprechpartner haben

- die feste Zeit im Raum, die es den Kindern ermöglichen soll, sich länger mit den Möglichkeiten eines Raumes auseinander zu setzen

- das Zusammenkommen aller Kinder im Morgen- und im Mittagskreis

- die Aufteilung der Kinder in Kleingruppen um intensivere gezielte Angebote zu erleben

- auf die Bedürfnisse einer Altergruppe ausgerichtete Angebote in der Zeit für die Großen, Mittleren und Kleinen. Bei uns sind das die Baumgruppen: Ahorn, Buche, Eichen und Kastanien

- Absprachen und Austausch zwischen allen Menschen unserer Kita

 

Offenes Arbeiten ist eine logische Konsequenz moderner Pädagogik, die Kinder am Alltag, am Zusammenleben und am gemeinsamen Lernen beteiligen will. Sie macht die Kita zum Haus mit verschiedenen Räumen, das den Bedürfnissen ihrer Bewohner entgegenkommen.