Unser Eingewöhnungskonzept

 

1. Informationen und Absprachen

Um den Start für Ihr Kind so unkompliziert wie möglich zu gestalten, ist es wichtig, dass wir in einem guten Austausch miteinander sind und dass wir Ihnen genaue Informationen über die Gestaltung der Eingewöhnungsphase geben.

 

2. Die Grundphase…

… dauert drei Tage. Die Erzieherin Ihres Kindes erwartet Sie und wird Sie und Ihr Kind willkommen heißen. Am ersten Tag sollte der Besuch in der Kita nicht länger als eine Stunde dauern. Diese Stunde wird in den nächsten Tagen langsam ausgedehnt. Am zweiten und dritten Tag kann das Kind auch bereits in der Kita gefüttert und/oder gewickelt werden. Sie begleiten in den ersten Tagen Ihr Kind und werden sich die meiste Zeit im Gruppenraum aufhalten, damit eine erste Vertrautheit des Kindes mit dem neuen Ort, den Kindern und der Erzieherin entstehen kann. Die Erzieherin wird in dieser Zeit Ihrer Arbeit mit den anderen Kindern nachgehen und gleichzeitig versuchen, Kontakt zu Ihrem Kind aufzunehmen, es anzusprechen und ihm Spielangebote zu machen. Die Reaktionen Ihres Kindes sind wichtige Signale für das weitere Vorgehen. Wie nahe darf die Erzieherin Ihrem Kind kommen? Reagiert Ihr Kind auf die anderen Kinder im Raum; eher interessiert oder eher irritiert? Wie weit entfernt sich Ihr Kind von Ihnen, wann kommt es wieder zu Ihnen zum „Auftanken“ zurück?

Sie brauchen in dieser Phase nichts weiter zu tun, als einfach da zu sein. Es genügt völlig, wenn Sie aufmerksam Ihrem Kind zuschauen und im Bedarfsfall Ihr Kind trösten. Genießen Sie seine Erkundungsreisen und bleiben Sie als seine sichere Basis an einem Platz sitzen, bis es wieder zurückkehrt. Drängen Sie Ihr Kind nicht, mit etwas zu spielen oder mit anderen Kindern oder der Erzieherin Kontakt aufzunehmen. Nehmen Sie bitte auch keinen Kontakt zu anderen Kindern auf oder lesen Sie während dieser Zeit nichts. Dies würde zu Irritationen Ihres Kindes führen, was die Eingewöhnung Ihres Kindes unnötig erschweren würde. Reagieren sie positiv auf die Signale Ihres Kindes – wenn es z.B. Annäherungen macht. Dies hilft Ihrem Kind, sich in seinem Tempo auf die neue Situation einzulassen. Wenn Sie Ihr Kind wickeln oder füttern, ist die Erzieherin dabei. Sie versucht, die vertrauten Rituale abzuschauen, damit sie diese später selbst praktizieren kann.

In der Regel findet am vierten Tag für Sie und Ihr Kind das erste Mal eine kurze Trennung statt. So wie vorher besprochen, verabschieden Sie sich von Ihrem Kind und gehen einen kurzen Moment vor die Tür. Die Erzieherin wird in dieser Zeit Ihr Kind ganz genau beobachten. Reagiert Ihr Kind irritiert oder fängt an zu weinen und lässt sich nicht von der Erzieherin trösten, kehren Sie sofort wieder zurück und trösten Ihr Kind. Geben Sie Ihrem Kind ein Gefühl der Sicherheit und fordern Sie nichts. Je nachdem wie Ihr Kind reagiert dauert diese Trennungsphase zwischen drei und 30 Minuten.

 

3. Die Stabilisierungsphase

Akzeptiert Ihr Kind die Trennung von Ihnen, so werden Sie sich nun täglich von Ihrem Kind verabschieden und die Zeit der Abwesenheit immer länger ausdehnen. In dieser Zeit halten Sie sich weiterhin in der Kindertageseinrich-tung auf.

Wichtig dabei ist, dass Sie sich immer von Ihrem Kind verabschieden und ein gemeinsames Abschiedsritual entwickeln. Die Erzieherin sollte nach und nach die Möglichkeit bekommen, zuerst auf die Signale Ihres Kindes reagieren zu können. Deshalb ist in dieser Zeit wichtig, dass Sie sich immer zurücknehmen. So können Sie gemeinsam mit der Erzieherin daraufhin arbeiten, dass Ihr Kind eine verlässliche Bindungsbeziehung zur Erzieherin aufbauen kann.

Auch die Essens- und/oder Pflegesituation wird in dieser Zeit Stück für Stück von der Erzieherin übernommen.

 

4. Schlussphase

Die Eingewöhnung Ihres Kindes ist dann abgeschlossen, wenn Ihr Kind sich von der Erzieherin bei Kummer (z.B. wenn es hinfällt, Sie sich verabschieden etc.) nachhaltig trösten lässt. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ihr Kind die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert hat. Ab diesem Zeitpunkt wird Ihr Kind allein in der Kita bleiben. Jedoch ist es wichtig, dass Sie noch für etwa zwei Wochen telefonisch gut erreichbar sind und Ihr Kind bei Bedarf abholen können. Sie können Ihrem Kind den Start in die Einrichtung zusätzlich erleichtern, wenn Sie es (je nach Möglichkeit) in den ersten Wochen nur halbtags betreuen lassen.

 

5. Ende der Eingewöhnungsphase

Ist die Eingewöhnung Ihres Kindes erfolgreich abgeschlossen, findet ein gemeinsames Gespräch zwischen Ihnen und der Erzieherin statt, um die Eingewöhnungszeit nachhaltig zu reflektieren. Da jedes Kind einzigartig ist, kann diese Beschreibung nur ein ungefährer Anhaltspunkt für Sie, Ihr Kind und seine Erzieherin sein. Die Übergangszeit muss für jedes Kind individuell gestaltet werden. Dabei spielt das Alter Ihres Kindes eine Rolle. Auch Erfahrungen mit Geschwisterkindern sind hilfreich.

 

Literatur:

Viernickel, S.; Völkel, P. (Hrsg.): Bindung und Eingewöhnung von Kleinkindern. Bildungsverlag Eins. Trosidorf 2009