Inklusion als Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit

Unsere Kita ist eine integrative Einrichtung. Bereits 1988 haben Eltern von Kindern mit Behinderung den Wunsch umgesetzt, einen Ort zu schaffen, an dem Eltern und ihre Kinder - mit und ohne Behinderung - gemeinsam spielen, den Tag miteinander verbringen und sich mit großer Selbstverständlichkeit begegnen. Heute profitiert die Einrichtung von der langen Erfahrung und intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Integration.

Im Laufe der Zeit haben sich in unserer Einrichtung die Rahmenbedingungen und das pädagogische Konzept verändert, z. B. die Erweiterung der Gruppengröße, die fachliche Qualifizierung des Personals, die Öffnung für Kinder unter drei Jahren, Orientierung am Konzept der offenen Arbeit, usw.

Das Recht aller Kinder auf gemeinsame Erziehung und Bildung ist die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. In der Konsequenz steht der Vielfalt der Kinder eine individuelle, bedürfnisorientierte Pädagogik gegenüber. Die Unterschiede zwischen Kindern, den Eltern und dem Personal bezüglich der Interessen, des Wissens, der Fähigkeiten, des familiären Hintergrunds, der Sprache, der Begabungen oder Beeinträchtigungen sind der Reichtum unserer Kita.

 

Umsetzung des inklusiven Auftrages im Alltag

„Was braucht ein Kind?“

„Was brauchen die Eltern?“

„Was braucht das Personal?“

Diese Fragen sind die wesentlichen Überlegungen zur Gestaltung unseres Alltags, um Kindern und Erwachsenen die Teilhabe in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Daraus folgen Veränderungen von Räumen, Situationen und Erzieherverhalten.

In den Räumen sind Barrieren weitestgehend abgebaut (z. B. durch niedrige Türklinken, schwellenfreien Fußboden, ebenerdigen Zugang). Die Einbauten mit ihren Stufen (in Atelier und Lernwerkstatt) stellen dennoch eine Barriere dar. Die Kinder lernen die Überwindung dieser Hindernisse im gemeinsamen Planen, Lösungsfinden und Umsetzen.

Die Ausstattung der Räume ist den unterschiedlichen Altersgruppen und unterschiedlichen Fähigkeiten angepasst durch unterschiedlich hohe Toiletten und Waschbecken, verschiedene Sitzmöglichkeiten (Trip Trap, Hocker, Erzieherstühle) und unterschiedliche Tischhöhen.

Es kommen in unserem Alltag verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz, z. B. spezielle Lampen, Talker, Taster, Tagesablaufstreifen, verschiedene Scheren, ergotherapeutische Bohrmaschine. Meist werden die Hilfsmittel von Therapeuten empfohlen und ihre Handhabung an das Team weitergegeben. Diese Hilfsmittel ermöglichen den Kindern am Alltag teilzuhaben, sich selbstwirksam spüren zu können und verbesserte Lernsituationen.

Ein wesentlicher Aspekt der Teilhabe ist die Ermöglichung von sozialen Kontakten und emotionalen Beziehungen. Diese werden vor allem durch Sprache angebahnt und gestaltet.

Wir bieten den Kindern für die Entwicklung ihrer Kommunikationsfähigkeit unterschiedliche Methoden an:

Wir verwenden GUK-Gebärden zur Unterstützung der Kommunikation.

Wir visualisieren Orte, Abläufe, Gebärden, Regeln und Strukturen unseres Alltages durch Bilder und Fotos.

Die Sprache der Erzieher und der Erzieherinnen orientiert sich an der Kommunikationsfähigkeit der Kinder. Sie verwenden beispielsweise kurze, klare Aussagen, eine deutliche Aussprache und sprechen langsamer.

Wir singen in den Sprachen der Nationalitäten, die in unserer Einrichtung vorkommen, z. B. das Geburtstagslied.

Öffentlichkeitswirksame Medien (z. B. Plakate) werden in deutsch und russisch aufbereitet.

In unserer integrativen Einrichtung arbeiten - aufgrund der Anzahl von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf - mehr Pädagogen als in Regeleinrichtungen üblich.

Das bedeutet, dass jeder einzelne Pädagoge mehr Zeit für das einzelne Kind haben kann und haben muss. Sich mehr Zeit nehmen zu können, bedeutet mehr Zeit für soziale Beziehungen, mehr Zeit für Kommunikation, mehr Zeit für Begleitung der Kinder und Eltern.

Die entwicklungsbegleitende Förderung durch Therapeutinnen und Therapeuten erleben wir in enger Zusammenarbeit mit dem Team.

Das Team erhält jede Möglichkeit der Fortbildung und Beratung, u.a. zu Themen der inklusiven Arbeit.

Wir stellen sicher, dass individuelle Bedürfnisse erfüllt werden können, indem wir die Begebenheiten in Räumen und Situationen immer wieder diskutieren, überprüfen, anpassen und gegebenenfalls als Standard schriftlich für das entsprechende Kind festhalten.